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Saudi-Rückzug: LIV-Tour sucht neue Geldgeber
Die umstrittene Golfserie LIV-Tour muss künftig allem Anschein nach ohne die milliardenschwere Unterstützung aus Saudi-Arabien auskommen. Wie die Organisation am Donnerstag nebulös mitteilte, konzentriere man sich nach der Ernennung eines "neu gegründeten unabhängigen Vorstands" darauf, "langfristige Finanzpartner zu gewinnen, um den Übergang von der Gründungsphase zu einem diversifizierten Investitionsmodell mit mehreren Partnern zu unterstützen".
Zuvor hatten das Wall Street Journal und CNBC berichtet, dass sich der saudi-arabische Staatsfonds PIF zum Saisonende aus der Serie zurückziehen wolle.
Die saudische Seite äußerte sich zunächst nicht. Yasir Al-Rumayyan, Gouverneur von PIF und Mitbegründer von LIV Golf sowie bisheriges Vorstandsmitglied, wurde in der LIV-Mitteilung vom Donnerstag allerdings nicht erwähnt - wie auch PIF im Allgemeinen. Genannt wurden lediglich die beiden neuen Vorstandsmitglieder Gene Davis und Jon Zinman.
LIV hatte bei ihrer Gründung 2022 zahlreiche Golf-Stars wie Jon Rahm (Spanien), Dustin Johnson, Bryson DeChambeau (beide USA) oder den früheren Weltranglistenersten Martin Kaymer aus Mettmann mit Millionen-Summen zur Abkehr von der traditionsreichen PGA-Tour bewegt. Die Golf-Welt war damit in zwei Teile zerrissen.
Die LIV-Tour unterzeichnete zwar 2023 eine Rahmenvereinbarung mit der US-amerikanischen PGA und der europäisch geprägten DP World Tour. Die darin angepeilte Kooperation kam aber bislang nicht zustande.
Der fünfmalige Major-Sieger Brooks Koepka war der erste LIV-Spieler, der zur PGA zurückkehrte, nachdem er im vergangenen Dezember die Tour verlassen hatte. Ermöglicht wurde dies durch das "Returning Member Program" der PGA, das "Spitzenspielern, die nicht mehr vertraglichen Beschränkungen unterliegen und daher nicht mehr an die Regeln und Vorschriften der PGA Tour gebunden sind, einen Weg zurück bietet".
LIV Golf hatte in dieser Woche bereits sein für Juni geplantes Turnier in New Orleans verschoben. Vertreter der Organisation äußerten die Hoffnung, die Veranstaltung noch in diesem Jahr nachzuholen. Das nächste Turnier von LIV soll vom 7. bis 10. Mai im Trump National in einem Vorort von Washington stattfinden, das letzte geplante Event dieser Saison vom 20. bis 23. August in Indianapolis gespielt werden.
PIF hatte kürzlich seine neue Strategie für die Zeitspanne 2026 bis 2030 präsentiert, der Sport wurde darin nicht erwähnt. Saudi-Arabien hat in den vergangenen Jahren massiv in den Sport investiert, vor allem in Fußball, Formel 1, Boxen, Tennis, E-Sport und eben Golf. Das Land ist im vergangenen Jahr zum Gastgeber der Fußball-WM 2034 gekürt worden.
M.Ouellet--BTB