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Bei Modric-Jubiläum: Kroatien ringt Panama nieder
Trotz einiger Anlaufschwierigkeiten hat Kroatien im 200. Länderspiel von Superstar Luka Modric den erhofften Pflichtsieg gefeiert und Kurs auf die K.o.-Runde der Fußball-WM genommen. Der lange schwache Vize-Weltmeister von 2018 bezwang am Dienstag in Toronto den leidenschaftlich kämpfenden Außenseiter Panama dank Joker Ante Budimir mit 1:0 (0:0). Der Einzug ins Sechzehntelfinale ist ganz nah.
Budimir (54.) schoss den Favoriten kurz nach seiner Einwechslung zum richtungsweisenden Erfolg gegen die wackeren Mittelamerikaner. Nach der Niederlage gegen England (2:4) zum Turnierstart können die Kroaten das Ticket für die nächste Runde nun am kommenden Samstag in Philadelphia gegen Ghana lösen. Panama steht derweil als Letzter der Gruppe L fest und ist wie bei seiner bis dato einzigen WM-Teilnahme 2018 in der Vorrunde gescheitert.
Für Modric, der Kroatien vor acht Jahren in Russland ins WM-Finale und 2022 in Katar auf Platz drei führte, lebt unterdessen der Traum, bei seiner fünften und letzten Weltmeisterschaft noch einmal ganz weit zu kommen. Bei der Europameisterschaft vor zwei Jahren in Deutschland hatten Modric und Co. beim Aus in der Gruppenphase enttäuscht.
Edeltechniker Modric tat sich zu Beginn wie das gesamte Team schwer. Ein erster unplatzierter Kopfball des Anführers (2.) ging weit vorbei, danach suchte er immer wieder mit langen Bällen die Tiefe, seine Zuspiele kamen jedoch oft zu ungenau. Und auch sonst gab es für die Mannschaft vom Balkan gegen die dichte Defensive Panamas zunächst kein Durchkommen, während der Underdog über Konter Gefahr ausstrahlte.
Kein magischer Modric-Moment, dafür immer wieder völlig unnötige Stockfehler im Spielaufbau: Es war eine enttäuschende erste Hälfte der Kroaten, ein offensiv effizienterer Gegner als die Panamaer hätte diese Leistung bereits mit einem Gegentor bestraft. Erst in der ersten Minute der Nachspielzeit, als Martin Baturina Panamas Torwart Orlando Mosquera per Fernschuss prüfte, verbuchte Kroatien seine erste Torchance.
Unmittelbar nach der Pause liefen die Kroaten vorerst weiter vergeblich an, ehe Budimir den Bann brach. Der Angreifer, der gemeinsam mit Hoffenheims Andrej Kramaric zur Halbzeit ins Spiel gekommen war, drückte eine Flanke von Bayern Münchens Josip Stanisic über die Linie. Nur drei Minuten später schickte Modric bei einem Konter den durchgestarteten Marco Pasalic, der im Duell mit Mosquera die Riesenchance auf das zweite Tor vergab.
Doch der Rückstand entmutigte Panamas Kicker keinesfalls, er stachelte sie nur noch mehr an. Zweimal musste Kroatiens Keeper Dominik Livakovic gegen Michael Murillo in höchster Not retten, auch einen Kopfball von Carlos Harvey infolge der anschließenden Ecke lenkte der Schlussmann nur mit Mühe über das Tor (alle 68.). Mit dem Mut der Verzweiflung warf Panama in der Schlussphase alles nach vorne, sie hatten ja nichts mehr zu verlieren. Doch am Ende jubelten Modric und seine Kroaten.
R.Adler--BTB