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Wahnsinns-Gegentor: Aber Bayern souverän weiter
Mission Titelverteidigung erfolgreich gestartet: Angeführt von Stürmerstar Harry Kane hat Bayern München nach einem frühen Schock-Gegentor seine erste Hürde im DFB-Pokal noch souverän gemeistert. Die Mannschaft von Trainer Vincent Kompany setzte sich am Mittwochabend beim VfL Osnabrück ohne groß zu glänzen mit 4:1 (2:1) durch. Torgarant Kane (18./86., Foulelfmeter), Tom Bischof (24.) und Michael Olise (73.) drehten gegen den Zweitligisten die Partie. Robin Meißner (5.) hatte den krassen Außenseiter mit einem Wahnsinns-Treffer überraschend in Führung gebracht.
Doch der Underdog durfte nur kurz von der Sensation träumen, am Ende konnten sich die Bayern auf ihre Klasse verlassen. Und so bleibt das legendäre 0:1 beim TSV Vestenbergsgreuth 1994 weiterhin das bisher letzte Erstrundenaus der Münchner.
Trotz der gesundheitlichen Sorgen um Superstar Jamal Musiala legte Bayern nach dem dominanten Bundesliga-Auftakt gegen den VfB Stuttgart (5:1) damit einen insgesamt entspannten Start in die Saison hin und scheint für den Beginn der Champions League nächste Woche gegen den FK Bodö/Glimt gut gerüstet zu sein.
Sein Team müsse "mental bereit sein für einen richtigen Kampf", hatte Kompany vor der Partie gesagt - und dann wurden die Gäste sofort geschockt. Meißner fackelte nach einem Zweikampf mit Jonathan Tah nicht lange, zog aus rund 30 Metern ab und traf in den rechten Winkel. Marke Tor des Jahres. Bayern-Keeper Jonas Urbig, der wie angekündigt Manuel Neuer ersetzte, hatte keine Chance.
Doch die Bayern, bei denen 50-Millionen-Neuzugang Ismael Saibari sein Startelf-Debüt feierte, reagierten cool. Sie legten sich Osnabrück einige Minuten zurecht, suchten geduldig eine Lücke in der Defensive - und stachen dann zu. Erst glich Kane nach einem typischen Chippass von Kapitän Joshua Kimmich aus, danach nutzte Bischof einen Abstauber zur Führung. Olise und erneut Kane nach einem Foul von VfL-Spielführer Jannik Müller an Aleksandar Pavlovic machten alles klar.
Die 15.741 Zuschauer an der ausverkauften Bremer Brücke hatten auf eine Überraschung gehofft, doch der große Favorit und Rekordpokalsieger trat dafür zu entschlossen, zielstrebig und spritzig auf. Schließlich erinnern sie sich in München nur zu gut daran, dass sie in den vergangenen Jahren auf dem Weg nach Berlin auch immer wieder viel zu früh gescheitert waren. Erst im Sommer kehrte der Pokal nach sechs Jahren Durststrecke wieder an die Isar zurück - diesmal soll der Titel erfolgreich verteidigt werden.
Der Auftakt war kein Spaziergang, Osnabrück lieferte dem Favoriten einen packenden Fight. Die Mannschaft von Timo Schultz warf sich mit viel Willen in jeden Zweikampf, biss, ackerte, wühlte - und die lautstarken Fans brüllten ihr Team immer wieder nach vorne. Doch am Ende gingen Osnabrück auch ein bisschen die Kräfte aus. Und so ist Bayern dem Sehnsuchtsort Berlin einen kleinen Schritt näher gekommen.
M.Odermatt--BTB