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Siemens Energy-Chef Bruch fordert mehr Unabhängigkeit von China
Der Siemens Energy-Chef Christian Bruch warnt vor einer zu großen wirtschaftlichen Abhängigkeit von China. Es könne "nicht unser Ziel sein", dass in der Wirtschaft eine ähnliche Situation herrsche wie in der Solarindustrie, "wo heute 80 Prozent der Module aus China kommen und ich ohne China gar nichts mehr beschaffen kann", sagte Bruch der "Zeit" am Mittwoch. Auch die Unabhängigkeit der Halbleiterindustrie sei bedroht.
Die Konsequenzen eines Wirtschaftskriegs mit China als Folge einer Eskalation des Konflikts um Taiwan könnten "dramatisch" ausfallen, warnte Bruch. "Wir müssen uns wappnen", forderte er. In Taiwan würden über 90 Prozent der modernsten Chipgeneration produziert. "Fällt das weg, werden einige Dinge nicht mehr so funktionieren wie heute". Bruch forderte deshalb den Aufbau von Produktionskapazitäten in Europa.
Der Siemens Energy-Chef warnte auch vor einer Verwendung von Rohstoffen als Waffe durch die Volksrepublik. "Dann wären unsere Lieferketten natürlich komplett gestört", sagte er. Allerdings würde eine solche Eskalation China ebenfalls empfindlichen Schaden zufügen.
Auch im Bereich der erneuerbaren Energien müsse Europa unabhängiger werden, forderte Bruch. "Ich halte es für fatal, wenn wir bei Technologien wie Wind, Solar und Netztechnik keine Firmen mehr in jenen Teilen der Welt hätten, die uns politisch zumindest nahestehen", sagte er weiter.
Eine Möglichkeit sei es, bei Infrastrukturprojekten einen gewissen Anteil heimischer Wertschöpfung vorzuschreiben. Ganz ohne China ginge es jedoch auch dann noch nicht. "Selbst wenn wir hierzulande fertigen würden, wären wir von China abhängig wegen der Materialien und Vormaterialien", sagte Bruch.
B.Shevchenko--BTB