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Das Schlimmste bei Waldbränden in Spanien scheint überstanden - Weiteres Todesopfer in Portugal
Nach dem Ende der wochenlangen Hitzewelle auf der iberischen Halbinsel ist bei den Waldbränden in Spanien das Schlimmste offenbar überstanden. "Es ist schon weniger geworden und das Ende ist sehr viel näher", sagte die Leiterin des Zivilschutzes, Virginia Barcones, am Wochenende dem spanischen Fernsehsender TVE. Vor allem ein Brand in der Region León mache aber noch große Sorgen. In Portugal starb am Samstag ein weiterer Feuerwehrmann, insgesamt kamen bei den Waldbränden in Spanien und Portugal bisher acht Menschen ums Leben.
Vor allem gegen Waldbrände in Galicien und León im Nordwesten Spaniens sowie in Extremadura im Südwesten war in den vergangenen Wochen mit allen Mitteln gekämpft worden, teils auch mit Wassereimern und Schaufeln. Hunderte Einwohner und zahlreiche Dörfer sind wegen der Feuer immer noch evakuiert, viele Menschen konnten zuletzt aber in ihre Häuser zurückkehren.
Barcones warnte dennoch, die Brände seien "heimtückisch". Nötig sei nun "eine letzte Anstrengung, um diese schreckliche Situation zu beenden". Nach ihren Angaben vom Samstag gab es noch "18 aktive Waldbrände" in Spanien, von denen 17 eine Gefahr für Mensch und Häuser seien - "insbesondere" der Brand bei Igüeña in der Provinz León. Dennoch sei das "allgemeine Gefühl das der Besserung, einer günstigen Entwicklung, dass weniger zu tun bleibt".
Mehr als 350.000 Hektar Land sind nach Angaben des europäischen Waldbrand-Informationssystems Effis in den vergangenen zwei Wochen in Spanien verbrannt und damit der größte Teil der insgesamt 406.000 Hektar, die in diesem Jahr bereits verbrannten. Es handelt sich um einen Jahresrekord sei Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2006.
Die Brände begannen inmitten einer landesweiten Hitzewelle mit Temperaturen um die 40 Grad auch im Norden und Nordwesten des Landes, im Süden stiegen die Temperaturen sogar an manchen Stellen auf 45 Grad. Die 16-tägige Hitzewelle sei "die intensivste" gewesen, die je registriert worden sei, teilte die nationale Wetterbehörde Aemet am Sonntag im Onlinedienst X mit. Den vorläufigen Daten zufolge übertrafen die Temperaturen der Hitzewelle vom Juli 2022 und lagen um 4,6 Grad über denen der üblichen Höchsttemperaturen einer Hitzewelle.
Durch das Ende der Hitzewelle und einer höheren Feuchtigkeit sowie einem weniger starken Wind seien nun die Bedingungen zum Löschen der Brände "günstiger", sagte Barcones. Einige europäische Einsatzkräfte, darunter die Löschflugzeuge aus Italien, hätten wieder heimkehren können. Noch vor Ort blieben im Moment Einsatzkräfte aus neun Ländern, darunter Deutschland und Frankreich.
Auch im Nachbarland Portugal dauerten die Waldbrände noch an. Ein Feuerwehrmann sei nach einem Einsatz im Ort Sabugal im Nordosten des Landes gestorben, teilte das Büro des portugiesischen Präsidenten Marcelo Rebelo de Sousa am Samstag mit. Medienberichten zufolge arbeitete der 45-Jährige für eine private Firma in Portugal. Er war das vierte Todesopfer durch die Feuer in Portugal in diesem Sommer. Insgesamt kamen bei den schweren Waldbränden in Spanien und Portugal in den vergangenen Wochen acht Menschen ums Leben
Nach den Daten von Effis wurden in Portugal durch die Feuer rund 278.000 Hektar Land zerstört. Nach verheerenden Waldbränden mit 119 Todesopfern und über 563.000 Hektar verbrannten Landes im Jahr 2017 hatte Portugal sein Budget für die Waldbrandbekämpfung verdoppelt und die Gelder zur Prävention von Waldbränden verzehnfacht.
Die iberische Halbinsel ist stark vom menschengemachten Klimawandel betroffen, der laut Experten Hitzewellen und längere Dürren verursacht, die Vegetation austrocknet und so Waldbrände begünstigt.
O.Krause--BTB