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Millionen wichtige Briefe verspätet zugestellt: Millionenbuße für die Royal Mail
Das britische Postunternehmen Royal Mail, seit 2013 in privater Hand, muss eine Geldbuße von umgerechnet 24 Millionen Euro zahlen, weil es "Millionen wichtiger Briefe" verspätet zugestellt hat. Die Aufsichtsbehörde Ofcom erklärte am Mittwoch, die Royal Mail habe nicht - wie gesetzlich vorgeschrieben - 93 Prozent der Briefe mit hoher Priorität am folgenden Werktag ausgeliefert, sondern nur 77 Prozent. Es ist nicht die erste Geldbuße, die das Unternehmen zahlen muss.
Die Ofcam hatte der Royal Mail bereits 2023 und 2024 Geldbußen in Höhe von insgesamt 16 Millionen aufgebrummt. Die "anhaltenden Mängel sind inakzeptabel, die Kunden erwarten und verdienen Besseres", erklärte die Ofcam am Mittwoch. Die Royal Mail müsse konkrete und deutliche Verbesserungen umsetzen und keine weiteren leeren Versprechungen machen. Das Unternehmen erklärte, es nehme die Entscheidung der Ofcam zur Kenntnis und werde weiterhin "hart" daran arbeiten, die Servicequalität zu verbessern.
Die Royal Mail gibt es seit mehr als 500 Jahren. Das Unternehmen war 2013 privatisiert worden. Die Muttergesellschaft International Distribution Services (IDS) hatte in den vergangenen Jahren unter anderem mit zurückgehenden Paketdienstleistungen, Zustellverspätungen und Streiks zu kämpfen. Seit April dieses Jahres gehört das Unternehmen der Investmentgesellschaft EP Group des tschechischen Milliardärs Daniel Kretinsky.
Die EP Group hatte sich beim Kauf unter anderem dazu verpflichtet, weiterhin an sechs Tagen in der Woche die Post zuzustellen, und zwar zum gleichen Preis im ganzen Königreich. Sie erklärte bei der Übernahme, sie wolle das Unternehmen zu einem "erfolgreichen modernen Postdienstleister mit gutem Service und guten Produkten für die Kunden" machen.
IDS hat rund 150.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Großteil arbeitet bei der Royal Mail. Zu IDS gehört auch der internationale Paketdienst GLS.
E.Schubert--BTB