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US-Vorwahlen zeichnen erneut gemischtes Bild über Trumps Einfluss
Die US-Vorwahlen für die Kongress- und Gouverneurswahlen im Herbst zeigen weiter ein gemischtes Bild über den Einfluss des früheren Präsidenten Donald Trump in seiner Republikanischen Partei. Bei den Vorwahlen in fünf Bundesstaaten konnten sich am Dienstag teilweise von Trump unterstützte Kandidaten durchsetzen. Allerdings unterlagen auch einige Kandidaten, die die Rückendeckung des Rechtspopulisten hatten.
Im wichtigen Bundesstaat Pennsylvania setzte sich im Rennen um die Kandidatur der Republikaner für das Gouverneursamt der von Trump unterstütze Doug Mastriano durch. Der derzeitige Senator im Parlament von Pennsylvania hatte sich nach der Präsidentschaftswahl 2020 Trumps Versuchen angeschlossen, den Wahlausgang zu kippen.
Ein Kopf-an-Kopf-Rennen gab es im Vorwahlrennen in Pennsylvania um die Kandidatur für einen Sitz im US-Senat in Washington. Der von Trump unterstützte Mehmet Oz, ein berühmter Herzchirurg und umstrittener früherer Fernseharzt, hatte am Mittwoch nach Angaben von US-Sendern einen hauchdünnen Vorsprung vor seinem schärfsten parteiinternen Rivalen Dave McCormick. Bis das Ergebnis feststeht, könnten aber noch Tage vergehen.
Im Bundesstaat North Carolina musste sich der von Trump unterstützte, weit rechts stehende Jung-Abgeordnete Madison Cawthorn seinem parteiinternen Herausforderer Chuck Edwards geschlagen geben. Der 26-jährige Cawthorn sorgt bereits seit Monaten für Negativ-Schlagzeilen.
So wurde er zwei Mal mit einer Schusswaffe am Flughafen gestoppt. Den Unmut seiner eigenen Partei zog er im März auf sich, als er in einem Podcast sagte, er sei in Washington zu einer Sex-"Orgie" eingeladen worden und habe Politiker beim Konsum von Kokain gesehen.
Ebenfalls in North Carolina gewann der Trump-nahe Kandidat Ted Budd eine Senatsvorwahl. Im Bundesstaat Idaho konnte dagegen der amtierende Gouverneur Brad Little die von Trump unterstützte Herausforderin Janice McGeachin besiegen. Vorwahlen gab es am Dienstag auch in Kentucky und Oregon.
In den USA finden im November Kongress-Zwischenwahlen und eine Reihe von Gouverneurswahlen statt. Bei den laufenden Vorwahlen lässt der bei der konservativen Basis nach wie vor sehr beliebte Trump seine Macht spielen und spricht seine Unterstützung für republikanische Kandidaten aus, die ihm gegenüber loyal sind.
Das Abschneiden dieser Kandidaten wird als Gradmesser dafür angesehen, wie groß der Einfluss des Ex-Präsidenten tatsächlich noch ist. Insbesondere im konservativen Partei-Establishment würden viele Politiker Trumps Einfluss auf die Republikaner gerne zurückdrängen. Der Rechtspopulist, der bei der Präsidentschaftswahl 2020 seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden klar unterlegen war, bringt regelmäßig eine mögliche neue Kandidatur bei den Wahlen 2024 ins Spiel.
Auch Bidens Demokraten halten derzeit ihre Vorwahlen ab. Für besonderes Aufsehen sorgte am Dienstag der Sieg von Pennsylvanias Vize-Gouverneur John Fetterman für die Demokraten-Kandidatur für einen Senatssitz. Fetterman, der im Wahlkampf betont volksnah mit Kapuzenpullovern und Shorts auftrat, erlitt vergangene Woche einen Schlaganfall. Er ist aber bereits auf dem Weg der Besserung und dürfte sich nach eigenen Angaben vollständig erholen.
C.Meier--BTB