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Prozess gegen 34-jährige mutmaßliche IS-Rückkehrerin in Hamburg begonnen
Vor dem Hamburger Oberlandesgericht (OLG) hat am Donnerstag ein Prozess gegen eine 34-jährige IS-Rückkehrerin begonnen. Die Frau aus Bremen soll laut Anklageschrift von 2014 bis 2017 als Mitglied bei der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien gelebt und sich an der Ausbeutung einer versklavten Jesidin beteiligt zu haben. Ihr wird in dem zunächst bis Ende Juli angesetzten Verfahren daher auch Beihilfe zum Völkermord vorgeworfen.
Die deutsche Staatsangehörige war nach Erkenntnissen der für die Anklage zuständigen Bundesanwaltschaft ihrem Bruder in IS-Gebiete nach Syrien gefolgt und dort nacheinander mit mehreren IS-Kämpfern verheiratet. Zeitweise soll sie sich an der Misshandlung einer Jesidin beteiligt haben, die einer ihrer Männer als Slavin hielt. Die Jesiden sind eine religiöse Minderheit, an welcher der IS einen schwere Verbrechen verübte. Jesidinnen wurden häufig versklavt.
Die Angeklagte wurde Ende 2017 von kurdischen Kräften festgenommen und lebte für längere Zeit in einem Camp in Nordsyrien. Gemeinsam mit ihren beiden in Syrien geborenen Kindern wurde sie im Herbst vergangenen Jahres nach Deutschland überstellt und gleich bei ihrer Ankunft festgenommen. Sie sitzt seither in Haft. Obwohl die Frau aus Bremen stammt, wird in Hamburg verhandelt. Das dortige OLG ist zentral für Staatsschutzsachen in Norddeutschland zuständig.
K.Brown--BTB