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Demonstrationen am Wahltag: Tansania verhängt Ausgangssperre in Metropole Daressalam
In Tansania hat die Polizei am Tag der Präsidentschafts- und Parlamentswahlen nach Protesten gegen die Regierung eine Ausgangssperre in der Millionenstadt Daressalam verhängt. Polizeichef Camillus Wambura sagte der staatlichen Rundfunkanstalt TBC am Mittwoch, die Menschen in der Wirtschaftsmetropole Daressalam sollten am Abend ab 18 Uhr zu Hause bleiben, Mitglieder der Armee und der Polizei würden auf den Straßen der Stadt patrouillieren.
Wie das Online-Portal NetBlocks mitteilte, wurden zudem landesweit die Internetverbindungen unterbrochen.
Zuvor hatten trotz strenger Sicherheitsvorkehrungen in der tansanischen Wirtschaftsmetropole Hunderte junge Menschen auf den Straßen demonstriert, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Teilnehmer der Protestzüge sangen unter anderem: "Wir wollen unser Land zurück!".
Demonstranten rissen Banner von Präsidentin Samia Suluhu Hassan herunter, an einer Hauptverkehrsstraße griff eine Gruppe von ihnen eine Polizeistation an und setzte sie in Brand. Die Polizei setzte Tränengas ein, zog sich jedoch zurück, als die Demonstranten mit Steinen warfen.
Die Opposition war von den Wahlen in dem ostafrikanischen Land weitestgehend ausgeschlossen worden. Beobachtern zufolge will die 65-jährige Präsidentin Hassan mit einem Wahlsieg ihre Position festigen und Kritiker innerhalb ihrer eigenen Partei zum Schweigen bringen.
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte im Voraus der Wahl eine "Welle des Terrors" angeprangert, darunter "Verschleppungen und Folter" sowie "außergerichtliche Tötungen" von Oppositionellen und Aktivisten.
F.Pavlenko--BTB