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Leichen zweier weiterer Geiseln aus Gazastreifen in Israel identifiziert
Die Leichname von zwei weiteren im Gazastreifen gestorbenen Geiseln sind am Donnerstag in Israel identifiziert worden. Die zuvor von der Hamas an das Rote Kreuz übergebenen Leichen seien die der Geiseln Amiram Kuper und Sahar Baruch, erklärte das Büro von Regierungschef Benjamin Netanjahu. Die Angehörigen der beiden Männer seien nach der Identifizierung durch das nationale rechtsmedizinische Institut informiert worden. Die Hamas hat somit die Leichen von insgesamt 17 von 28 im Gazastreifen verbliebenen Geiseln zurückgegeben.
Baruch war während des Hamas-Großangriffs auf Israel am 7. Oktober 2023 aus dem Kibbuz Beeri in den Gazastreifen verschleppt worden. Zwei Monate später wurde der damals 25-jährige während eines gescheiterten Rettungseinsatzes der Armee getötet. Der 84-jährige Kuper wurde gemeinsam mit seiner Frau Nourit aus dem Kibbuz Nir Oz entführt, Israel hatte seinen Tod in Geiselhaft bereits im Juni 2024 bekanntgegeben.
Zuvor hatte Netanjahus Büro erklärt, die sterblichen Überreste der beiden Geiseln seien vom Roten Kreuz im Gazastreifen an die israelische Armee und den Inlandsgeheimdienst Schin Bet übergeben worden.
Die Hamas hatte zuvor erst 15 tote Geiseln überstellt. Im Zuge des von US-Präsident Donald Trump vermittelten Abkommens hätte die Palästinenserorganisation bereits vor zwei Wochen neben den letzten 20 überlebenden Geiseln auch alle 28 toten Geiseln an Israel übergeben müssen.
Am Montag hatte die Armee die Übergabe der sterblichen Überreste der 16. Geisel gemeldet. Später warf die israelische Regierung der Hamas vor, gegen die getroffene Vereinbarung verstoßen zu haben, da es sich bei den übergebenen Überresten um weitere Teile des Leichnams der von Israel zuvor bereits teilweise geborgenen und als Ofir Tsarfati identifizierten toten Geisel handelte, wie das Büro von Netanjahu am Dienstag mitteilte.
Die Mutter Tsarfatis erklärte am Donnerstag, sie hätte bereits zum dritten Mal Abschied von ihrem Sohn nehmen müssen: "Und wieder muss ich mich verabschieden. Zum dritten Mal, Ofir. Es gibt kein menschliches Leid auf dieser Welt, das mit so etwas vergleichbar wäre", sagte Richelle Tsarfati bei einer Trauerfeier auf einem Friedhof in der Nähe von Haifa.
Tsarfati war 27 Jahre alt, als er am 7. Oktober 2023 von palästinensischen Kämpfern auf dem Nova Musikfestival entführt und in den Gazastreifen verschleppt worden war. Er starb bereits früh in Gefangenschaft und israelische Truppen brachten einen Teil seines Leichnams bereits im Dezember 2023 zurück. Seine Familie hielt daraufhin ein erstes Begräbnis ab.
Weitere Körperteile des toten Tsarfati wurden im März 2024 nach Israel zurückgebracht, woraufhin ein weiteres Begräbnis stattfand.
Im August 2024 veröffentlichte die Hamas ein Foto von Tsarfatis Leiche, um die Angehörigen noch lebender Geiseln einzuschüchtern. Diese Woche gab sie schließlich einen weiteren Teil seiner Leiche an Israel zurück - statt, wie vereinbart, die Leiche einer weiteren der insgesamt 28 toten Geisel zu übergeben, deren Rückgabe im Friedensabkommen vereinbart ist.
Das israelische Militär veröffentlichte ein Video, das zeigte, wie Hamas-Vertreter ein in eine Leichentuch gewickeltes Bündel eilig unter Trümmern vergruben - und anschließend Mitarbeiter des Roten Kreuzes einluden, die "Entdeckung" einer angeblichen weiteren Leiche mitzuerleben. Forensische Tests ergaben jedoch, dass es sich dabei um weitere Überreste von Tsarfati handelte.
Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes nannte die vorgetäuschte Bergung der angeblichen weiteren Leiche "inakzeptabel". Israel reagierte wütend und warf der Hamas vor, gegen das Waffenruheabkommen verstoßen zu haben.
Zwischen Israel und der Hamas gilt seit dem 10. Oktober eine Waffenruhe. Sie trat rund zwei Jahre nach dem Überfall der Islamisten-Organisation und ihrer Verbündeten auf Israel und dem Beginn des dadurch ausgelösten Krieges im Gazastreifen in Kraft.
J.Horn--BTB