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Beschaffung von Drohnenteilen: Prozess gegen mutmaßliches Hisbollah-Mitglied in Celle
Ein mutmaßliches Hisbollah-Mitglied steht seit Dienstag in Celle vor Gericht. Die Bundesanwaltschaft wirft dem Libanesen Fadel Z. vor, im Auftrag der proiranischen Miliz Teile zum Bau militärischer Drohnen beschafft zu haben. Das Oberlandesgericht in der niedersächsischen Stadt verhandelt nun wegen des Vorwurfs der Mitgliedschaft in einer Terrorgruppe im Ausland.
Der 35 Jahre alte Z. wurde im Sommer 2024 in Salzgitter festgenommen. Er kam in Untersuchungshaft. Den Ermittlungen der Bundesanwaltschaft zufolge schloss sich Z. vor dem Jahr 2015 im Libanon der Hisbollah-Miliz an. Spätestens ab August 2022 soll er im Auftrag der Miliz Teile zum Bau von Drohnen beschafft haben.
Dabei agierte er laut Anklage zunächst von Spanien, seit Sommer 2023 dann von Deutschland aus. Er lebte bis zu seiner Festnahme in Salzgitter. Z. soll im Auftrag der Hisbollah bei Firmen in Europa, China und den USA Teile für den Drohnenbau im Gesamtwert von knapp 1,4 Millionen Euro erworben haben.
Dazu gehörten laut Anklage mehr als 2000 Benzin- und Elektromotoren, über 600 Propeller und anderes Zubehör. Z. habe dafür häufig Tarnfirmen genutzt, die Bezahlung der Lieferanten erfolgte ebenfalls über Tarn- und Briefkastenfirmen. Das Geld kam von der Miliz.
Der Bundesanwaltschaft zufolge sorgte der Angeklagte auch für den Transport der Drohnenteile in den Libanon. Zwei der von Z. angeschafften Motoren verbaute die Hisbollah demnach in Sprengstoffdrohnen, die sie gegen Israel abfeuerte. Eine der Drohnen traf im Oktober 2024 ein Seniorenheim nahe Tel Aviv. Dabei wurde aber niemand verletzt.
In ihrer Anklage wertet das die Bundesanwaltschaft als Beihilfe zum versuchten Mord. Sie wirft Z. außerdem Verstöße gegen ein EU-Embargo vor. Das Oberlandesgericht setzte für die Verhandlung zahlreiche Termine bis August 2026 an.
O.Krause--BTB