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Womöglich erster US-Angriff an Land in Venezuela - Trump: Ort für Drogenboote zerstört
Im Konflikt mit Venezuela hat die Regierung von US-Präsident Donald Trump ihren womöglich ersten Angriff an Land ausgeführt. Dabei sei in dem südamerikanischen Land eine Anlegestelle für mutmaßliche venezolanische Drogenboote zerstört worden, sagte Trump am Montag. Laut US-Medienberichten handelte es sich um einen Drohnenangriff durch den Auslandsgeheimdienst CIA.
"Es gab eine große Explosion im Hafenbereich, wo die Boote mit Drogen beladen werden", sagte Trump vor Journalisten. "Wir haben alle Boote getroffen und jetzt haben wir das Gebiet getroffen (...) und das gibt es nicht mehr." Zum Ort des Angriffs sagte der US-Präsident lediglich, dass der Angriff "entlang der Küste" erfolgt sei.
Aus mit dem Einsatz vertrauten Kreisen verlautete laut dem Sender CNN und der Zeitung "New York Times", dass es sich nicht um einen Einsatz der US-Armee, sondern um einen CIA-Drohnenangriff auf ein Hafengelände gehandelt habe. US-Medien zufolge richtete sich der Angriff gegen die mächtige venezolanische Verbrecherbande Tren de Aragua. Zum Zeitpunkt des Angriffs habe sich niemand auf dem Gelände aufgehalten, so dass es keine Opfer gegeben habe.
Trump hatte schon in der vergangenen Woche mit einer beiläufigen Bemerkung in einem Interview Spekulationen darüber ausgelöst, ob die USA erstmals mutmaßliche Drogenkartelle auf dem venezolanischen Festland angegriffen hatten.
In einem am Freitag ausgestrahlten Radiointerview mit dem Milliardär und Trump-Unterstützer John Catsimatidis hatte der US-Präsident gesagt, dass die USA eine "große Anlage" zerstört hätten, die für den Bau von Schmugglerbooten genutzt worden sei: "Vor zwei Nächten haben wir sie lahmgelegt." Wo sich die Anlage befinden soll, sagte Trump nicht, auch andere Details nannte er nicht.
Das US-Verteidigungsministerium leitete Fragen zu Trumps Interview-Aussagen an das Weiße Haus weiter. Dieses ließ die Anfrage der Nachrichtenagentur AFP unbeantwortet. Auch die Regierung in Caracas äußerte sich zunächst nicht.
Seit September greift die US-Armee immer wieder Boote angeblicher Drogenschmuggler in der Karibik und im Ostpazifik an. Dabei wurden bereits mehr als 100 Menschen getötet. Am Montag erklärte das US-Militär, bei einem Angriff auf ein angebliches Drogenboot im Ostpazifik zwei Männer getötet zu haben.
Kritiker stufen die Angriffe als außergerichtliche Hinrichtungen und völkerrechtswidrig ein. Die USA brachten zudem Kriegsschiffe vor der venezolanischen Küste in Stellung und zuletzt zwei Öltanker unter ihre Kontrolle.
Trump beschuldigt den linksnationalistischen venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro, Drogenbanden zu kontrollieren und gezielt gegen die USA einzusetzen. Auf die Frage, ob er in jüngster Zeit mit Maduro gesprochen habe, antworte Trump am Montag, er habe dies "vor ziemlich kurzer Zeit" getan, aber dabei komme "nicht viel heraus". Maduro wirft Trump vor, ihn stürzen zu wollen.
I.Meyer--BTB