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Kartellamtspräsident pocht auf schnell sinkende Spritpreise
Der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, pocht angesichts des Waffenstillstands zwischen den USA und Iran und der gesunkenen Rohölpreise auf schnelle Preisrückgänge an den Zapfsäulen in Deutschland. "Sinkende Rohölpreise sind ein klares Signal - und sie sollten sich auch zeitnah an der Zapfsäule widerspiegeln", sagte Mundt dem "Handelsblatt".
Preiserhöhungen seien "sehr schnell weitergereicht worden", sagte Mundt. "Es wäre nur folgerichtig, wenn das in die andere Richtung genauso gilt." Der Kartellamtspräsident erklärte zur Begründung, gerade in Deutschland seien die Spritpreise nach Beginn des Irankriegs stark gestiegen - "in anderen Ländern gibt es zum Teil vertragliche oder regulatorische Regelungen, die Preisanpassungen stärker verzögern".
Die Tankstellen dürfen seit dem 1. April die Spritpreise nur noch einmal am Tag anheben. Seitdem stiegen die Preise für Benzin und Diesel weiter stark. "Ob die Regelung eine preisdämpfende Wirkung hat, werden wir erst später beurteilen können", sagte Mundt dem "Handelsblatt". Wichtig sei, dass die neue Regel das stetige Rauf und Runter der Preise mit bis zu 50 Änderungen am Tag beende: "Die Verbraucher werden langfristig davon profitieren, dass sie Preise besser vergleichen und Tankentscheidungen fundierter treffen können", betonte Mundt. In weniger aufgeregten Zeiten würden das alle zu schätzen wissen.
Der Behördenchef verteidigte sich gegen Vorwürfe, zu langsam und zu zaghaft gegen die hohen Spritpreise zu handeln. "Wir sind keine Preisregulierungsbehörde, die Preise einfach festsetzt oder senkt", sagte er der Zeitung. Geopolitisch ausgelöste Knappheiten und in der Folge Preisschocks könne das Kartellamt nicht verhindern. "Aber wir stellen sicher, dass sie nicht durch fehlenden Wettbewerb zusätzlich verschärft werden."
D.Schneider--BTB