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Vier Migranten im Ärmelkanal tödlich verunglückt
Bei einer versuchten Überfahrt über den Ärmelkanal sind vier Migranten ums Leben gekommen. Zwei Frauen und zwei Männer seien von der Strömung fortgerissen worden, als sie bei Equihen-Plage vor der Küste ein Schlauchboot besteigen wollten, sagte der Präfekt des nordfranzösischen Départements Pas-de-Calais, François-Xavier Lauch. 38 weitere Menschen seien von Rettungskräften versorgt worden. Das Boot sei schließlich mit etwa 30 Passagieren weitergefahren.
Die Nationalität der Toten war zunächst nicht bekannt. Die Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen auf. Schleuser lassen Migranten häufig im Wasser in die Boote einsteigen, um das Eingreifen von Grenzschützern am Ufer zu verhindern. Sobald die Boote auf dem Wasser sind, greift die französische Polizei nicht mehr ein - es sei denn, die Boote geraten in Seenot.
Bereits am 1. April waren zwei Männer unter ähnlichen Umständen ums Leben gekommen. Es waren die ersten beiden bekannten Todesfälle des Jahres im Ärmelkanal. Im vergangenen Jahr waren mindestens 29 Menschen ums Leben gekommen.
Frankreich und Großbritannien hatten ihr aktuelles Grenzschutzabkommen kürzlich um zwei Monate verlängert, da die Verhandlungen über eine Neuauflage nicht vorankommen. London beteiligt sich finanziell am Grenzschutz auf der französischen Seite, verlangt dafür aber, dass mehr Migranten davon abgehalten werden, den Ärmelkanal zu überqueren.
Frankreich änderte deswegen im vergangenen Jahr seine Einsatzregeln, so dass ein Abfangen von Booten auf dem Meer unter bestimmten Umständen möglich ist. Das Grundprinzip für die Einsatzkräfte bleibe jedoch die "Hilfe für Menschen in Seenot", betonte der Meeres-Generalsekretär, Xavier Ducept, kürzlich bei einer Anhörung vor einem Parlamentsausschuss.
Nach britischen Angaben überquerten seit Beginn des Jahres knapp 5000 Migranten den Ärmelkanal. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt 41.500 gewesen, dies war die zweithöchste Zahl nach 2022 gewesen. Großbritannien hat seine Einwanderungs- und Asylpolitik unter Premierminister Keir Starmer erheblich verschärft.
E.Schubert--BTB