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Leo-Baeck-Preis an Dortmunder Fußballmanager Hans-Joachim Watzke verliehen
Der Geschäftsführer des Fußballbundesligisten Borussia Dortmund, Hans-Joachim Watzke, ist für sein Engagement gegen Antisemitismus mit dem Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden in Deutschland ausgezeichnet worden. "Es braucht in diesen Zeiten Menschen wie ihn, der an der Seite der jüdischen Gemeinschaft steht und der unermüdlich für seine Haltung wirbt", erklärte Zentralratspräsident Josef Schuster am Mittwochabend bei der Preisverleihung im Berliner Olympiastadion.
Mit dem Leo-Baeck-Preis ehrt der Zentralrat der Juden Menschen, die sich in herausragender Weise um die jüdische Gemeinschaft verdient gemacht haben. Zu den bisherigen Preisträgerinnen und Preisträgern gehören Altkanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie frühere Bundespräsidenten wie Richard von Weizsäcker und Christian Wulff, unter anderem aber auch Schauspielerin Iris Berben. Zuletzt ging der Preis 2022 an Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne).
"Der Kampf gegen Antisemitismus muss von der gesamten Gesellschaft geführt werden", erklärte Watzke anlässlich der Preisverleihung. "Der Fußball kann und muss sich aber ebenfalls deutlich positionieren." Es sei "die große Aufgabe eines großen Clubs", seine Strahlkraft zu nutzen und "politisch - nicht parteipolitisch - orientierend" auf Menschen zu wirken. Borussia Dortmund gehört zu den erfolgreichsten Vereinen im deutschen Männerfußball.
Auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) erinnerte in seiner Laudatio für Watzke an die Rolle von Sportstars und Sportvereinen im Kampf gegen Antisemitismus. "Der Sport und insbesondere der Fußball mit seinen Millionen Anhängern, den vielen tausend Aktiven und ehrenamtlich Engagierten kann hier Vorbild sein", erklärte er laut vorab verbreitetem Redetext. Watzke habe "diese Verantwortung früh erkannt" und mit vielen großen öffentlichen Aktionen sowie Aktivitäten im Hintergrund umgesetzt.
Der Leo-Baeck-Preis erinnert an den liberalen Rabbiner Leo Baeck (1873 bis 1956), der vor Beginn von Naziherrschaft ein einflussreicher Vertreter des modernen Judentums in Deutschland war. Während der NS-Zeit ab 1933 leitete er die Reichsvereinigung der deutschen Juden, die es trotz eskalierender Verfolgung bis 1943 gab. Möglichkeiten zur Emigration schlug Baeck aus.
1943 wurde er laut biografischen Angaben des Zentralrats mit seiner Familie in ein Konzentrationslager verschleppt und dort schwer misshandelt. Nach dem Krieg 1945 wanderte er nach Großbritannien und später in die USA aus, wo er sich für die Versöhnung von Christen und Juden einsetzte. Den Leo-Baeck-Preis vergibt der Zentralrat schon seit 1957. Es ist seine höchste Auszeichnung.
Es ist nicht das erste Mal, dass ein Spitzenvertreter des deutschen Fußballs mit dem Preis geehrt wird. 2009 verlieh der Zentralrat die Auszeichnung an den damaligen Präsidenten des Deutschen Fußballbundes (DFB), Theo Zwanziger.
Die Verleihung fand in der Jesse-Owens-Lounge im Olympiastadion statt. Sie ist nach dem schwarzen US-Leichtathleten Jesse Owens benannt, der bei den von den Nazis ausgerichteten Olympischen Spielen 1936 in Berlin vier Goldmedaillen gewann.
H.Seidel--BTB