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Aicher gewinnt erste deutsche Medaille bei Drama um Vonn
Skirennläuferin Emma Aicher hat bei den Olympischen Spielen von Mailand/Cortina die erste Medaille für die deutsche Mannschaft gewonnen. Bei der Abfahrt der Frauen, die von einem schweren Sturz von Lindsey Vonn überschattet wurde, fuhr sie hinter Weltmeisterin Breezy Johnson aus den USA zu Silber, ihr Rückstand betrug nur 0,04 Sekunden. Bronze ging an die Italienerin Sofia Goggia (+0,59 Sekunden), Super-G-Olympiasiegerin von 2018.
"Es hat sich wild angefühlt, über jedem Sprung hat es mich aufgerissen, ich habe gar nicht gemacht, was ich machen wollte, aber es ist ja zum Glück nochmal gutgegangen", sagte Aicher im ZDF. Tatsächlich war das 22 Jahre alte Multitalent im oberen Streckenabschnitt sogar schneller gewesen als Johnson, die noch nie ein Weltcup-Rennen gewonnen hat - nun aber zweimal Gold. Für Aicher ist es die zweite Olympia-Medaille nach Silber 2022 mit dem Team.
Der Traum von Lindsey Vonn von einem zweiten Olympiagold nach 16 Jahren endete bereits nach 13 Fahrsekunden. Die 41 Jahre alte Amerikanerin, die sich neun Tage zuvor einen Kreuzbandriss im linken Knie zugezogen hatte und eine Teilprothese im rechten Knie hat, wurde an der ersten schwierigen Welle ausgehoben, überschlug sich, lag danach mit seitlich ausgestreckten Beinen schreiend im Schnee und musste mit dem Rettungshubschrauber abtransportiert werden.
Aicher gewann auf den Tag genau 50 Jahre nach dem Abfahrts-Olympiasieg von "Gold-Rosi" Mittermaier als erste deutsche Skirennläuferin seit den Spielen von Sotschi 2014 eine Einzel-Medaille. Damals holte Maria Höfl-Riesch Gold (Kombination) und Silber (Super-G), Viktoria Rebensburg fuhr zu Bronze (Riesenslalom). Vor vier Jahren in Peking wurden die deutschen Alpinen Zweite im Team-Wettbewerb.
H.Seidel--BTB