-
"Stayin' Alive": Pogacar meldet sich aus dem Krankenhaus
-
Chelsea holt Keeper Martínez von Aston Villa
-
SPD- und Grünen-Politiker fordern Verbot radikaler AfD-Landesverbände
-
Prinz George startet sein Leben am Eton College
-
Chinesischer Autobauer BYD verkauft massenweise Plugin-Hybride in Deutschland
-
Hrgovic neuer IBF-Weltmeister - jetzt Duell mit Kabayel?
-
Oberbayern: 31 Jahre alte Britin in Bahnhof in Rosenheim erstochen
-
Sturzflut im Himalaya: Erdrutsch formt neuen See - Retter in Tibet abgezogen
-
Schüsse bei Rave-Party in der Schweiz: Ein Toter und fünf Verletzte
-
Ein Todesopfer und fünf Verletzte bei Schüssen bei Rave-Party in der Schweiz
-
Referendum in Island: Gegner von EU-Beitrittsverhandlungen kurz vor Auszählungsende vorne
-
Unter Tränen: Federer in Hall of Fame des Tennis aufgenommen
-
Viererpack Messi: Miami beendet Negativserie
-
Rettungskräfte in Nepal kämpfen gegen Regen und steigende Pegelstände
-
"Sieg teuer bezahlt": Kovac leidet mit Konstantelias
-
Junta im Niger schlägt Aufstand von Soldaten mit Hilfe Russlands nieder
-
Referendum in Island über EU-Beitrittsverhandlungen beendet
-
"Bild am Sonntag": Bahn investiert 210 Millionen Euro in "XXL-Waschprogramm"
-
Ehemaliger Trump-Unterstützer aus den USA abgeschoben
-
IAEA: Akw Saporischschja seit mehr als einer Woche ohne externe Stromversorgung
-
Dritter Sieg: Nürnberg mit bestem Start seit 1999
-
Norwegen trauert um Harald V. - neuer König Haakon VIII. hält Rede an die Nation
-
Operation nötig: Pogacar bricht sich Schlüsselbein
-
Sirtaki zum Auftakt: Dortmund dominiert den HSV
-
Norwegens neuer König Haakon VIII. würdigt verstorbenen Vater in erster Rede
-
Neue Gewalt in Kusra: Israelische Siedler dringen in palästinensisches Haus ein
-
Patrouille Suisse begeistert Tausende beim Jubiläum in Altenrhein
-
Lausanne-Sport soll Nicolas Cozza für drei Jahre verpflichtet haben
-
Sieben Bewohner in Kusra von Siedlern belagert – Berichte über Verletzte und Brände
-
Bayer Leverkusen plant offenbar weiter mit Robert Andrich
-
Darmstadt 98 verpflichtet William Mikelbrencis
-
Thüringer BSW hält trotz Kritik am Sonderparteitag am 6. September fest
-
Flekken kritisiert Leverkusen nach 2:3-Niederlage in Elversberg
-
Finnlands Präsident Stubb hält russischen NATO-Angriff für unwahrscheinlich
-
Kubicki erwartet FDP-Ergebnis von fünf bis sechs Prozent in Sachsen-Anhalt
-
Gladbachs Daiki Hashioka nach Kopfverletzung in Leipziger Klinik untersucht
-
El Mala widmet erstes Saisontor Basketballstar Dennis Schröder
-
Esther González wechselt nach Vertragsauflösung zu Al-Qadsiah
-
Siedlergewalt in Kusra: Fahrzeuge beschlagnahmt und Ermittlungen eingeleitet
-
Berner Regierung will Vetorecht der Gemeinden bei großen Energieanlagen streichen
-
Deutsch-französische Musikfreizeit fordert verlässlichere EU-Förderung
-
Karlsruher SC verliert torreiches Heimspiel gegen Wolfsburg mit 2:5
-
Karlsruher Großraumdiskothek Agostea kündigt Schließung an
-
Mobiler Freizeitpark Happy Fun World öffnet in Ettlingen
-
Wiesn-Bedienungen können in 16 bis 18 Tagen bis zu 16.000 Euro verdienen
-
Führerscheine von 2002 bis 2004 müssen bis Januar 2027 umgetauscht werden
-
Gebühren können Altersvorsorge über 40 Jahre erheblich mindern
-
Zweijähriges Mädchen bei russischem Drohnenangriff auf Kiew getötet
-
Kinderärztin wirft Merz in Bürgergespräch schädliche Politik vor
-
McDonald’s bringt M&M Bacon und mehrere neue Aktionsprodukte zurück
SPD und DGB lehnen Karenztag bei Krankmeldungen entschieden ab
Die Forderung nach einer Streichung der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall für den ersten Tag einer Krankmeldung ruft breiten Widerspruch hervor. "Wer krank gemeldete Beschäftigte unter den Generalverdacht des Blaumachens stellt, hat ein verzerrtes Bild von den arbeitenden Menschen in diesem Land", sagte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Donnerstagsausgaben). Scharfe Kritik kommt auch von Gewerkschaftsseite. Skeptisch äußerte sich auch Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU).
"Die Deutschen sind keine Drückeberger und Faulenzer", betonte Heil. "Die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall einzuschränken, wird es mit mir und der SPD nicht geben." Die Wiedereinführung des sogenannten Karenztages würde die Menschen hart treffen, "die tatsächlich krank sind und die einen geringen Lohn haben, vor allem Frauen", warnte Heil. "Deshalb ist das der falsche Weg."
Auch Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) betonte, der Vorschlag gehe "zulasten der Arbeitnehmer". Diejenigen, die sich den Lohnausfall nicht leisten könnten, würden sich dann zur Arbeit schleppen, sagte Lauterbach dem MDR.
Der Chef des Versicherungskonzerns Allianz, Oliver Bäte, hatte angesichts des hohen Krankenstands in Deutschland vorgeschlagen, den sogenannten Karenztag bei Krankmeldungen wieder einzuführen. Dieser war in den 70er Jahren abgeschafft worden. Für die Wiedereinführung von Karenztagen hatte sich kürzlich auch die Chefin der Wirtschaftsweisen, Monika Schnitzer, ausgesprochen.
Die Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Yasmin Fahimi, bezeichnete den Vorstoß des Allianz-Chefs als "unangemessen und unverschämt". "Das ist eine Form der Misstrauenskultur, die da von einigen Stimmen der Arbeitgeber betrieben wird", sagte die frühere SPD-Generalsekretärin im Deutschlandfunk. Es entstehe der Verdacht, "dass es hier darum geht, mit der Abrissbirne durch soziale Errungenschaften zu gehen".
Zudem handele sich bei den hohen Fehlzeiten auch um einen statistischen Effekt, bedingt durch die elektronische Krankschreibung, sagte Fahimi. Dadurch werde inzwischen bei den Krankenkassen jeder einzelne Krankentag erfasst.
Widerspruch kam auch von der Hans-Böckler-Stiftung. Statt kranke Beschäftigte "zu Sündenböcken zu machen", müsse es darum gehen, für bessere Arbeitsbedingungen und mehr betriebliche Prävention zu sorgen und so strukturelle Ursachen anzugehen, erklärte die gewerkschaftsnahe Stiftung.
Für den Anstieg der Fehlzeiten seien unter anderem psychische Erkrankungen verantwortlich, die im Schnitt mit besonders langen Ausfallzeiten verbunden seien. Derzeit gebe es außerdem eine ungewöhnlich hohe Zahl an Atemwegsinfekten, die nach den Corona-Schutzmaßnahmen nun umso heftiger grassierten.
Auch der Wirtschaftsweise Martin Werding betrachtet die Debatte mit Skepsis. "Wenn man für einen Krankheitstag auf knapp fünf Prozent des Monatslohnes verzichten muss, treibt das auch viele Personen zur Arbeit, die dort mit Rücksicht auf ihren Gesundheitszustand und auf Ansteckungsgefahren nichts zu suchen haben", sagte Werding dem "Handelsblatt". Denkbar sei hingegen, die Lohnfortzahlung beispielsweise für die erste Krankheitswoche auf 80 Prozent des Lohns zu begrenzen, so wie es schon ab der siebten Woche gilt.
Der Gesundheitsökonom Jürgen Wasem von der Universität Duisburg-Essen sagte dem "Handelsblatt", die Wiedereinführung eines Karenztages sei zwar "durchaus als ein geeignetes Instrument". Die Maßnahme sei aber schwer durchsetzbar und würde wohl von den Gewerkschaften in den Tarifverhandlungen wieder wegverhandelt werden.
Ähnlich äußerte sich NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). "Ich habe als Bundestagsabgeordneter mal für ihre Einführung gestimmt. Dann hat die IG Metall mit Zustimmung der Arbeitgeber die Karenztage per Tarifvertrag für ihre Branchen kassiert", sagte Laumann der "Rheinischen Post".
Unionsfraktions-Vize Sepp Müller (CDU) hatte die Debatte hingegen Anfang der Woche begrüßt. Deutschlands Sozialsysteme würden "immer weiter beansprucht", sagte er dem Onlineportal "Politico". Daher müssten neue Ideen diskutiert werden.
Auch FDP-Chef Christian Dürr hatte in einem Gastbeitrag für das "Handelsblatt" von einer "wichtigen Debatte" gesprochen. Die vielen Krankmeldungen seien aber "nur ein Symptom eines größeren gesellschaftlichen Problems". Es sei in Deutschland inzwischen "oft einfacher, eine Leistung zu beantragen, statt Leistung zu erbringen". Wenn die Politik hier entgegensteuere, werde sich "die Leidenschaft für Leistung in unserer Gesellschaft ganz von allein wieder Bahn brechen".
M.Odermatt--BTB