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Bundesregierung meldet "günstigen Erhaltungszustand" des Wolfs nahezu im ganzen Land
Die Bundesregierung hat für weitere Regionen einen "günstigen Erhaltungszustand" der Wolfspopulation an die EU-Kommission gemeldet. Neben der atlantischen gilt nun auch die sogenannte kontinentale Population als stabil, wie das Bundesumweltministerium am Montag mitteilte. Diese beiden "biogeografischen Regionen" decken bis auf wenige Gegenden entlang der österreichischen Grenze die gesamte Bundesrepublik ab.
Ein "günstiger" Erhaltungszustand ist laut der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU Voraussetzung für die Bejagung einer Tierart. Die Feststellung "ermöglicht den Ländern künftig eine leichtere Handhabe im Umgang mit Wölfen, die beispielsweise Weidetiere reißen", erklärte das Ministerium dazu. "Bei allen Maßnahmen wird aber weiterhin maßgeblich sein, dass der günstige Erhaltungszustand des Wolfs erhalten bleibt."
"Der Wolf hat sich in zahlreichen Gebieten Deutschlands gut entwickelt und ist wieder zu einem festen Teil unserer heimischen Natur geworden", erklärte Umweltminister Carsten Schneider (SPD). "Zugleich werden die Länder ab jetzt Probleme, die es vor Ort gibt, leichter lösen können." Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) begrüßte die veränderte Einstufung und forderte eine rasche Änderung des Jagdgesetzes, "damit Wölfe rechtssicher entnommen werden können".
Im Juli hatte Berlin den "günstigen Erhaltungszustand" für die atlantische Region gemeldet, welche die Nordseeküste sowie Teile von Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen umfasst. Für die kontinentale Region wurde eine Bewertung auf Grundlage einer neuen, zwischen Bund und Ländern vereinbarten Methodik angekündigt und nun nachgereicht.
Umweltschützer kritisierten dies. "Erneut bricht Deutschland mit dem Prinzip, dass Arten- und Naturschutz auf Daten basiert und nach wissenschaftlichen Kriterien erfolgen muss", erklärte Sybille Klenzendorf vom WWF. Sie verwies darauf, dass die Zahl der Übergriffe durch Wölfe trotz gestiegenen Wolfsbestandes zuletzt gesunken sei. "Diese gute Entwicklung gilt es deutlich auszubauen."
Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) forderte hingegen, auch in der verbleibenden alpinen Region entlang der österreichischen Grenze die Voraussetzung für den Abschuss von Wölfen zu schaffen. "Unsere Almen und Alpen sind kein Zoo, sondern gelebte Kulturlandschaft", erklärte sie. "Der Schutz unserer Weidetiere und unserer Almbauern hat oberste Priorität - nicht der grenzenlose Schutz des Wolfs."
L.Janezki--BTB