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Rohstofffonds der Bundesregierung "in den Startlöchern"
Der Rohstofffonds der Bundesregierung, der die deutsche Wirtschaft unabhängiger von China machen soll, kann bald die Arbeit aufnehmen. "Wir stehen hier in den Startlöchern", sagte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums am Montag. Derzeit würden noch mehrere potenziell zu fördernde Projekte geprüft. Medienberichten zufolge geht es dabei um ein Vorhaben zur Förderung von Lithium im Rheingraben sowie um jeweils ein Bergbauprojekt in Kanada und Australien.
Der Fonds geht auf eine Initiative des ehemaligen Bundeswirtschaftsministers Robert Habeck (Grüne) zurück, eingeplant war dafür eine Milliarde Euro. In der neuen Bundesregierung herrschte Uneinigkeit über die Finanzierung. Das Düsseldorfer "Handelsblatt" berichtete dann in der vergangenen Woche über eine Einigung zwischen Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD).
Der "Bild"-Zeitung berichtete nun, dass am Zielwert von einer Milliarde Euro bis 2029 festgehalten werde. Noch in diesem Jahr sollen demnach 50 Millionen Euro für die Lithium-Gewinnung in Deutschland zur Verfügung stehen. Das deutsch-australische Unternehmen Vulcan Energy Resources will im Oberrheingraben per Geothermie Lithium-haltiges Wasser fördern und das Metall dann mit chemischen Prozessen aus dem Wasser herauslösen, um es anschließend in der Batterieproduktion zu verwenden.
Ein weiteres Projekt sei die Kupfer-Gold-Förderung mit Kanada, die mit bis zu 150 Millionen Euro gefördert werden soll, berichtete die "Bild" weiter. Außerdem werde sich der Fonds an der Förderung von Seltenen Erden in Australien mit bis zu 100 Millionen Euro beteiligen. Reiche betonte zudem, dass die Bundesregierung zusätzlich auf private Investoren setze. Für das Projekt in der Pfalz gebe es bereits Zusagen in Milliardenhöhe.
"Wir stellen uns der schwierigen Situation mit China und investieren selbst", sagte Reiche der "Bild". "Die Bundesregierung stellt einen Euro zur Verfügung und private Investoren stellen dann zusätzlich jeweils neun Euro zur Verfügung". Dies zeige, dass der Bund in der Lage sei, privates Kapital zu hebeln.
China dominiert bei wichtigen Rohstoffen wie Seltenen Erden und Lithium den Weltmarkt. Die Problematik ist seit Langem bekannt, im Zuge des Handelsstreits zwischen den USA und China, in dessen Rahmen Peking seine Marktmacht speziell bei Seltenen Erden offen als Druckmittel einsetzt, hat das Thema jedoch weiter an Bedeutung gewonnen.
Sowohl bei Seltenen Erden als auch bei Lithium ist der Abbau technologisch komplex und hat deutliche Auswirkungen auf die Umwelt. China hat große eigene Vorkommen und verfügt zudem über die Technologien für Abbau und Weiterverarbeitung. Auch bei weiteren Rohstoffen wie Kobalt, Graphit, Nickel und Kupfer, die für Technologien wie Batterien, Elektromotoren und Windkraftanlagen benötigt werden, sind Deutschland und Europa auf Importe angewiesen.
Deutschland will die Lieferketten diversifizieren. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) warb in diesem Kontext am Montag vor einem Besuch in Bolivien um eine Partnerschaft mit dem südamerikanischen Land. "Bolivien ist reich an Rohstoffen, vor allem im Bereich Lithium", erklärte Wadephul er. "Auch in Bezug auf Seltene Erden gibt es in Bolivien beeindruckende Möglichkeiten."
N.Fournier--BTB