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Fachkräftemangel in MINT-Berufen wegen wirtschaftlicher Abkühlung rückläufig
Der Fachkräftemangel in sogenannten MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) ist im Zuge der wirtschaftlichen Abkühlung deutlich zurückgegangen. Die vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln) ermittelte Arbeitskräftelücke ging im Vergleich zum vergangenen Jahr um 27,8 Prozent zurück, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten MINT-Report hervorgeht. Demnach fehlten zuletzt noch 148.500 Fachkräfte in den 36 MINT-Berufskategorien.
Dem Report zufolge waren im Oktober 2025 rund 367.600 Stellen unbesetzt. Zugleich waren 253.885 Menschen auf der Suche nach einer Stelle im MINT-Bereich. Daraus ergibt sich zunächst eine Lücke von 113.715 Stellen, die sich jedoch unter Berücksichtigung "qualifikatorischer Mismatches" weiter erhöht. Bereinigt kommen die IW-Forscher dann auf die Lücke von 148.500 fehlenden Fachkräften. Im Vorjahr waren es noch 205.800.
Den Angaben des IW zufolge war die Fachkräftelücke im MINT-Bereich mit Ausnahme der Corona-Jahre zuletzt im Jahr 2016 so niedrig wie heute. 2018 und 2022 fehlten jeweils deutlich über 300.000 Fachkräfte in den 36 Berufen.
Die größte Lücke bestand demnach zuletzt mit 93.500 nicht zu besetzenden Stellen in Facharbeiterberufen, für die es eine Berufsausbildung braucht. Im Segment der "MINT-Expertenberufe" für Akademiker beträgt die Lücke 40.800 Stellen. Hinzu kommen 14.200 fehlende "MINT-Spezialisten" etwa mit Meisterbrief.
Differenziert nach Sektoren klafft die größte Lücke bei Energie- und Elektroberufen (53.100), gefolgt vom Maschinen- und Fahrzeugbau (30.000), der Metallverarbeitung (28.900) und dem Baugewerbe (25.300).
Die IW-Forscher betonen die große Bedeutung von Zugewanderten für die Fachkräftesicherung. So sei die Beschäftigung von Deutschen in MINT-Facharbeiterberufen seit 2012 um 7,3 Prozent gesunken, unter Ausländerinnen und Ausländern jedoch um 85,7 Prozent gestiegen. Bei Akademikerberufen legte die Beschäftigung von Deutschen um 43,3 Prozent zu, die von Ausländern jedoch um 228,5 Prozent.
"Wäre die Beschäftigung von Ausländerinnen und Ausländern seit Ende 2012 nur in der geringen Dynamik wie die Beschäftigung von Deutschen gestiegen, würde die Fachkräftelücke heute um 480.600 Personen höher ausfallen und damit einen Wert von gut 0,6 Millionen MINT-Kräften erreichen", erklärte das IW. Neben anderen EU-Ländern kommen ausländische Fachkräfte in Deutschland vor allem aus Indien, der Türkei, Russland und China.
Der Anteil von Frauen in MINT-Berufen ist zwar weiterhin niedrig, seit 2012 ist er jedoch spürbar gestiegen: von 13,8 Prozent auf 16,5 Prozent. Hier gibt es große regionale Unterschiede: Der Frauenanteil in Berlin liegt bei 22,7 Prozent, in Hamburg bei 19,9 Prozent und in Thüringen bei 18 Prozent. In Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen hingegen liegt er unter 15 Prozent, im Saarland unter 14 Prozent.
O.Bulka--BTB