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US-Chiphersteller Nvidia verdoppelt Quartalsumsatz
Der US-Chipriese Nvidia profitiert weiter vom Boom bei Künstlicher Intelligenz (KI): Im zweiten Quartal übertraf der Konzern mit einer Verdopplung seiner Umsätze die Markterwartungen und rechnet auch künftig mit einer anhaltend hohen Nachfrage nach Hardware für KI-Rechenzentren. Das US-Technologieportal "The Information" berichtete am Mittwoch zudem, dass Nvidia eine milliardenschwere Übernahme ins Auge fasst und die Programmierplattform Hugging Face kaufen will.
Wie Nvidia am Mittwoch mitteilte, erzielte das Unternehmen im zweiten Quartal seines Geschäftsjahres, das am 26. Juli endete, einen Umsatz von 96,2 Milliarden Dollar (82,5 Milliarden Euro) - mehr als doppelt so viel (plus 106 Prozent) wie im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten im Vorfeld mit einem Umsatz von 92 Milliarden Dollar gerechnet.
Auch den Nettogewinn steigerte Nvidia deutlich: Gegenüber dem Vorjahresquartal legte er um 126 Prozent auf 59,7 Milliarden Dollar zu. Darin eingerechnet sind allerdings 7,8 Milliarden Dollar an Gewinnen aus Anteilen, die Nvidia an KI-Unternehmen hält.
Das Unternehmen aus dem kalifornischen Santa Clara setzt darauf, dass der KI-Boom zumindest auf kürzere Sicht anhält. "Der Ausbau der KI-Infrastruktur läuft auf Hochtouren", erklärte Nvidia-Chef Jensen Huang. Für das laufende Quartal erwartet der Chiphersteller deshalb einen noch stärkeren Umsatz von 108 Milliarden Dollar - was ebenfalls oberhalb der bisherigen Prognosen von Analysten liegt.
Auch für das kommende Geschäftsjahr geht Nvidia derzeit von weiter steigenden Umsätzen aus. Gebremst werden könnten diese demnach eher durch Lieferengpässe als durch mangelnde Nachfrage.
Nvidia hat sich dank des immensen Bedarfs an leistungsstarken Prozessoren zum wertvollsten Unternehmen der Welt entwickelt. Die ursprünglich für Videospiele hergestellten Grafikchips des Unternehmens sind das Herzstück vieler KI-Rechenzentren.
Die größten Kunden von Nvidia - die US-Technologieschwergewichte Amazon, Microsoft, Alphabet und Meta - werden in diesem Jahr voraussichtlich insgesamt 800 Milliarden Dollar in KI-Rechenzentren und -Infrastruktur investieren. Das ist fast doppelt so viel wie die globalen Gesamtausgaben in diesen Bereichen im vergangenen Jahr.
Laut "The Information" will sich Nvidia indes auch im Bereich offener KI-Systeme künftig breiter aufstellen. Dafür solle die auf KI spezialisierte Plattform Hugging Face, auf der Nutzer unter anderem offene KI-Modelle herunterladen und modifizieren können, für 12,9 Milliarden Dollar übernommen werden, berichtete das Portal.
Offene Modelle spielen für Unternehmen angesichts wachsenden Kostendrucks bei den Ausgaben für KI eine zunehmende Rolle. Sie sind oft günstiger als geschlossene Modelle etwa von OpenAI oder Anthropic. Hugging Face, das bei seiner letzten Finanzierungsrunde im Jahr 2023 mit 4,5 Milliarden Dollar bewertet worden war, verzeichnete zuletzt steigende Zugriffszahlen auf seine Softwarebibliotheken.
Die "Financial Times" berichtete, dass die nun kolportierte Summe von 12,9 Milliarden Dollar für eine Übernahme durch Nvidia einen deutlichen Anstieg gegenüber einer Bewertung von sieben Milliarden Dollar darstelle, die Ende vergangenen Jahres als Grundlage für erste Verhandlungen mit dem Chiphersteller gedient habe. Nvidia und Hugging Face äußerten sich auf Anfrage zunächst nicht zu dem Bericht von "The Information".
I.Meyer--BTB