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Fünf-Kilometer-Umzug erfolgreich: Berühmte Kirche von Kiruna steht an neuem Platz
Zwei Tage Bangen und fünf Kilometer im Schneckentempo: Die weltberühmte Kirche von Kiruna in Nordschweden ist erfolgreich zu ihrem neuen Standort gebracht worden. Tausende Schaulustige verfolgten am Mittwoch die Ankunft der roten Holzkirche. Das 40 Meter breite und 672 Tonnen schwere Gotteshaus war im Ganzen von seinem fünf Kilometer entfernten jahrzehntelangen Standort an seine neue Heimstatt gebracht worden.
Ein Fanfarenstoß feierte gegen 14.30 Uhr die Ankunft der Kirche an ihrem neuen Platz. "Alles ist unfassbar glatt gegangen", sagte Projektmanager Roy Griph dem Fernsehsender SVT, der den am Dienstag gestarteten Umzug live übertrug.
Direkt vor Ort tummelten sich die ganzen zwei Tage tausende Menschen. Auch König Carl XVI. Gustaf kam für die spektakuläre Aktion nach Kiruna. Der 79-Jährige sprach am Mittwoch unter anderem mit dem Sebastian Druker aus Argentinien, der den Transport per Fernbedienung mit einem um den Hals hängenden Joystick steuerte.
Der Umzug war monatelang geplant und vorbereitet worden, unter anderem musste die Straße zwischen altem und neuen Standort verbreitert werden. Zudem wurde der Boden rund um die Kirche ausgehoben. Anschließend wurden riesige Stahlträger unter das Gebäude geschoben. Unter diese fuhr die ferngesteuerte Transportvorrichtung mit insgesamt 220 Rädern, auf denen die Kiruna Kyrka dann im Schneckentempo die fünf Kilometer lange Strecke zurücklegte.
Notwendig wurde der Umzug durch ein Eisenerzbergwerk südwestlich der Stadt, das in den vergangenen Jahren immer wieder erweitert wurde. Wegen der daraus resultierenden Einsturzgefahr wurden schon seit Jahren nach und nach Teile von Kiruna umgesiedelt, ein neues Stadtzentrum wurde im September 2022 eingeweiht.
Und in dem neuen Zentrum steht seit Mittwoch nun auch die Kiruna Kyrka, die für die Einwohner und die Region eine ganz besondere Bedeutung hat: Das 1912 fertiggestellte Gotteshaus vereint verschiedene architektonische Stile. Innen ist die Kirche mit von den Samen - den Ureinwohnern der Region - inspirierten Motiven verziert. Sie zählt zu den schönsten Bauwerken Schwedens und ist ein beliebtes Touristenziel.
Das Versetzen war entsprechend kompliziert und teuer, es kostete laut Voranschlag 500 Millionen Kronen (45 Millionen Euro). Das bezahlte das Bergbauunternehmen LKAB (Luossavaara-Kiirunavaara Aktiebolag), das zu 100 Prozent im Besitz des Staates ist. Das Unternehmen nannte den Umzug der Kirche ein "einmaliges Ereignis der Weltgeschichte".
Für alle, die es verpassten, bietet sich in der kommenden Woche eine neue Chance: Dann soll der Glockenturm, der separat neben der Kirche stand, zum neuen Standort gebracht werden.
N.Fournier--BTB