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Steinmeier empfängt nach Eklat israelischen Dirigenten Shani
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den israelischen Dirigenten Lahav Shani am Montag in Berlin empfangen. Dabei habe sich Steinmeier fassungslos über die Ausladung Shanis und der Münchner Philharmoniker von einem Festival in Flandern geäußert, hieß es anschließend aus dem Präsidialamt. Steinmeier habe den Vorgang als klar antisemitisch eingestuft.
Die Organisatoren des Festival van Vlaanderen in der belgischen Stadt Gent hatten am Mittwoch das für den 18. September geplante Konzert der Münchner Philharmoniker mit Shani als Dirigent abgesagt. Shani sei "nicht in der Lage gewesen, die nötige Klarheit über seine Haltung zu dem genozidalen Regime in Tel Aviv auszudrücken", schrieben sie als Begründung mit Verweis auf die israelische Regierung.
Der Vorgang war international auf Kritik gestoßen. Belgiens Regierungschef Bart De Wever solidarisierte sich mit Shani. Steinmeier wertete es laut Präsidialamt als antisemitisch, den Auftritt Shanis davon abhängig zu machen, dass dieser sich zuvor von der Politik der israelischen Regierung distanziere. Zuvor hatte auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mit Blick auf den Vorgang von "blankem Antisemitismus" gesprochen.
An diesem Montagabend geben die Münchner Philharmoniker nun mit Shani als Dirigent ein Konzert in Berlin. Beim Musikfest Berlin wurde ein kurzfristiges Gastspiel anberaumt. Dieses soll um 19 Uhr im Konzerthaus Berlin stattfinden.
Shani wurde 1989 in Tel Aviv geboren. Seit 2018 ist er Chefdirigent des Rotterdam Philharmonic Orchestra. Ab der Saison 2020/21 übernahm er die Position des Musikdirektors des Israel Philharmonic Orchestra. Im Februar 2023 ernannten die Münchner Philharmoniker Shani zum Chefdirigenten – er wird den Posten im September 2026 antreten.
N.Fournier--BTB