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Epstein-Ausschuss: Hillary Clinton verlangt Trump-Anhörung unter Eid
Im Skandal um den verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hat die frühere Außenministerin Hillary Clinton eine Kongressanhörung von Präsident Donald Trump verlangt. Clinton forderte am Donnerstag vor dem zuständigen Aufsichtsausschuss, dieser solle Trump "unter Eid zu den zehntausenden Malen befragen, die er in den Epstein-Akten auftaucht". Sie selbst wisse nichts, beteuerte die 78-Jährige.
Sie habe keine Ahnung von den kriminellen Aktivitäten Epsteins und seiner Komplizin Ghislaine Maxwell gehabt, sagte Clinton den Abgeordneten laut ihrer im Onlinedienst X veröffentlichten Erklärung. "Ich erinnere mich nicht daran, Herrn Epstein jemals begegnet zu sein. Ich bin niemals mit seinem Flugzeug geflogen oder habe seine Insel, Häuser oder Büros besucht", betonte die frühere First Lady und Außenministerin.
Der für den Epstein-Fall zuständige Ausschuss hörte Clinton hinter verschlossenen Türen in einem Kulturzentrum nahe ihrem Haus in Chappaqua im Bundesstaat New York an. Am Freitag wollen die mehrheitlich republikanischen Abgeordneten ihren Mann befragen, den früheren Präsidenten Bill Clinton. Die Clintons hatten sich zunächst gegen die Vorladung gewehrt und gaben erst nach, als die Republikaner mit einem Verfahren wegen Missachtung des Kongresses drohten.
Der führende Demokrat in dem Untersuchungsausschuss, Robert Garcia, warf der US-Regierung und Trumps Republikanern erneut "Vertuschung" vor. Kurz vor der Befragung von Hillary Clinton hatten der Radiosender NPR und die "New York Times" berichtet, das Justizministerium habe bei der Veröffentlichung der Epstein-Akten Dokumente zurückgehalten, in denen eine Frau Missbrauchsvorwürfe gegen Trump erhebt.
Dabei geht es um Unterlagen der Bundespolizei FBI. Darin sollen Befragungen einer Frau zusammengefasst sein, die 2019 nach der Verhaftung Epsteins angegeben hatte, als Minderjährige sowohl von Epstein als auch von Trump sexuell missbraucht worden zu sein.
Der republikanische Vorsitzende des Aufsichtsausschusses, James Comer, nannte eine Befragung Trumps nicht nötig. Der Präsident werde ohnehin jeden Tag von Journalisten zu seinem Wissen über den Fall und über seine Beziehung zu Epstein befragt, sagte Comer vor Medienvertretern.
Der Anführer der Demokraten im Senat, Chuck Schumer, warnte Justizministerin Pam Bondi davor, Akten zurückzuhalten oder gar zu vernichten. "Die Wahrheit wird ans Licht kommen – die ganze hässliche Wahrheit darüber, was sie tut, um Leute in den Akten zu schützen", erklärte Schumer.
Die Demokraten sehen in der Vorladung der Clintons ein politisches Manöver, um von Trumps eigener Verstrickung in den Epstein-Skandal abzulenken. Diesen Vorwurf wies Comer zurück. Die Befragung der Clintons sei "keine parteiische Hexenjagd", betonte der Republikaner. Niemand werfe dem Paar derzeit ein Fehlverhalten vor.
Viele jüngst veröffentlichte Fotos aus den Epstein-Akten zeigen den früheren Präsidenten Bill Clinton. Auf einem Bild liegt dieser in einem Whirlpool, auf einem anderen schwimmt er neben einer dunkelhaarigen Frau, womöglich Epsteins Komplizin Ghislaine Maxwell. Nach Angaben aus Clintons Umfeld flog er zudem mindestens vier Mal in Epsteins Privatflugzeug mit.
Trump hatte sich im vergangenen Jahr monatelang gegen die Veröffentlichung der Epstein-Akten gewehrt, bevor der Kongress auch mit den Stimmen seiner Republikaner deren Freigabe erzwang. Bisher veröffentlichte Fotos und Dokumente legen eine enge Beziehung zwischen Epstein und Trump nahe. Weder ihm noch Bill Clinton konnte bisher allerdings ein Fehlverhalten nachgewiesen werden.
Epstein stand unter Verdacht, mehr als tausend Minderjährige und junge Frauen sexuell missbraucht und teils an Prominente vermittelt zu haben. Er wurde 2008 erstmals verurteilt, weil er eine Minderjährige zur Prostitution angestiftet hatte. Nach einem umstrittenen Deal mit der Staatsanwaltschaft musste er damals aber nur 13 Monate im Gefängnis absitzen.
Einen Monat, nachdem Epstein 2019 unter anderem wegen des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen erneut festgenommen worden war, wurde er tot in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden. Nach offiziellen Angaben nahm er sich das Leben.
W.Lapointe--BTB