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Greenpeace: Ölkonzerne steigern "Übergewinne" nach Ende des Tankrabatts stark
Die Umweltorganisation Greenpeace wirft den Ölkonzernen vor, nach dem Auslaufen des Tankrabatts ihre "Übergewinne" deutlich gesteigert zu haben. Seit dem 1. Juli lägen die zusätzlichen Gewinne ihrer Berechnung zufolge mit 10,8 Millionen Euro pro Tag auf einem neuen Höchststand, erklärte die Organisation am Mittwoch. Bei Diesel und Benzin zusammen seien es zwischen dem 1. und 7. Juli jeden Tag durchschnittlich 26,2 Millionen Euro zusätzlich.
Der Energieexperte Steffen Bukold hat den Angaben nach im Auftrag der Umweltschützer die Entwicklung der Sprit- und Ölpreise seit Beginn der israelischen und US-Angriffe auf den Iran untersucht. Der starke Anstieg der Spritpreise in Europa kann demnach nicht nur mit den höheren Rohölpreisen erklärt werden. Die Ölindustrie habe zudem satte Übergewinne eingestrichen.
Zum 1. Juli lief nun die zweimonatige, Tankrabatt genannte Senkung der Steuern auf Kraftstoffe um rund 17 Cent aus. Der Greenpeace-Berechnung zufolge "verstecken" sich hinter den seither wieder gestiegenen Spritpreisen "deutlich ausgeweitete Gewinnmargen". Die Ölkonzerne verdienten demnach in der ersten Juliwoche pro Tag zusätzlich 26,2 Millionen Euro - im Juni seien es 18,3 Millionen Euro täglich gewesen.
"Diese Zahlen zeigen, wie die Ölkonzerne die Bundesregierung an der Zapfsäule vorführt", erklärte die Greenpeace-Mobilitätsexpertin Lena Donat. "Weiter tatenlos daneben zu stehen, untergräbt die gesellschaftliche Akzeptanz von Politik."
Die Organisation forderte eine Übergewinnsteuer, mit deren Einnahmen Haushalte entlastet und Bahn sowie öffentlicher Nahverkehr gestärkt werden sollen. Der Berechnung zufolge summieren sich die gesammelten Übergewinne auf dem deutschen Tankstellenmarkt seit dem Beginn des Irankriegs auf 3,15 Milliarden Euro. Damit könne der Bund zwei Jahre lang seinen Beitrag zum Deutschlandticket finanzieren.
Nach Angaben des Automobilclubs ADAC sind die Spritpreise an den Tankstellen mit Ende des Tankrabatts deutlich gestiegen. Demnach kostete ein Liter Super E10 zuletzt im bundesweiten Schnitt 2,024 Euro und damit 10,1 Cent mehr als in der Vorwoche. Allerdings entspreche der Preis für Rohöl in etwa dem Niveau vor Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar - damals lag der Preis für ein Liter Super E10 an der Tankstelle allerdings 23,5 Cent niedriger.
K.Thomson--BTB