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Gläubige erklimmen trotz glühender Hitze Berg Arafat zum Höhepunkt des Hadsch
Hunderttausende Menschen haben zum Höhepunkt der jährlichen muslimischen Pilgerfahrt Hadsch trotz Temperaturen von bis zu 48 Grad den Berg Arafat in Saudi-Arabien erklommen. Den ganzen Dienstag über drängten Pilger auf den Berg und in die Umgebung, um in der glühenden Hitze mehrere Stunden lang zu beten und den Koran zu rezitieren. Der Prophet Mohammed soll auf dem Berg seine letzte Predigt gehalten haben.
Die Statistikbehörde in Saudi-Arabien gab an, dass mehr als 1,8 Millionen Gläubige sich den Ritualen angeschlossen hätten. Damit ist der diesjährige Hadsch der größte seit der Corona-Pandemie. Die Erwartungen der Behörden von mehr als 2,5 Millionen Menschen wurden jedoch nicht erreicht. Die Pilgerfahrt besteht aus einer Reihe von Ritualen, die über mehrere Tage in Mekka und der Umgebung zelebriert werden.
Nach der Erklimmung des Bergs Arafat reisen die Pilger nach Musdalifa, das auf halbem Weg zwischen dem Berg und Mina liegt. Dort schlafen sie in der Nacht unter freiem Himmel. Am Mittwoch steht die symbolische Steinigung des Teufels an. Danach kehren die Pilger nach Mekka zurück, um die Kaaba zu umrunden, den schwarz verhüllten Kubus in der Großen Moschee von Mekka.
Eine Herausforderung für die Pilger ist die Hitze. Am Montag stiegen die Temperaturen auf 46 Grad. Tausende von Einsatzkräften waren in Alarmbereitschaft, um bei Hitzschlägen und Erschöpfung zu helfen. In der Vergangenheit gab es während des Hadsch bereits tödliche Gedränge und Brände.
Aus Wassertürmen wurden die Pilger mit kühlendem Wasser besprüht, und aus großen Lastwagen wurden kostenlose Wasserflaschen und Snacks verteilt. Sechs Feldlazarette mit mehr als 300 Betten wurden nach offiziellen Angaben in Arafat errichtet.
Der saudiarabische Kronprinz Mohammed bin Salman kam am Dienstag in Mina an, um sich laut der staatlichen Presseagentur SPA nach der Qualität der Dienstleistungen für die Gläubigen und deren Wohlergehen zu erkundigen.
"Ich bin sehr glücklich. Das ist ein Moment, auf den ich mein ganzes Leben lang gewartet habe", sagte die 67-jährige Fadia Abdallah aus Ägypten. "Ich kann nicht glauben, dass ich Gottes Gast bin", sagte die 57-jährige Rahma aus Libyen. Für viele Muslime ist der Hadsch ein Lebensziel. Für Saudi-Arabien ist die Pilgerfahrt auch eine große Einnahmequelle.
Der Hadsch ist eine der fünf Säulen des Islam. Er soll von jedem gesunden Muslim, der es sich leisten kann, mindestens einmal im Leben unternommen werden.
G.Schulte--BTB