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Verheerender Waldbrand in Spanien: Mindestens elf Tote und 19 Vermisste
Bei einem verheerenden Waldbrand im Süden Spaniens sind mindestens elf Menschen ums Leben gekommen. Mindestens 19 Menschen wurden am Freitag zudem noch vermisst, wie Andalusiens Regionalpräsident Juan Manuel Moreno Bonilla mitteilte. Die spanischen Behörden gehen davon aus, dass es sich bei den meisten oder sogar bei allen Todesopfern um Ausländer handelt, darunter offenbar auch Touristen, die das Dorf Bédar in der Nähe der Hafenstadt Almería besucht haben könnten.
Das Feuer war nach Angaben der Regionalregierung am Donnerstagnachmittag in Los Gallardos nordöstlich von Almería ausgebrochen und verwüstete bisher rund 3150 Hektar Wald- und Ackerland. Einige der Opfer wurden tot in ihren Autos entdeckt. Es gibt den Angaben zufolge zudem acht Verletzte, darunter vier Schwerverletzte.
Die spanischen Behörden vermuten, "dass es sich bei den Toten überwiegend oder ausschließlich um Ausländer handelt", wie der andalusische Katastrophenschutzminister Antonio Sanz sagte. Vier Tote seien in einem Auto mit dem Lenkrad auf der rechten Seite gefunden worden. Dies deute darauf hin, dass es sich um britische Staatsangehörige handeln könnte. Identifiziert wurden die Leichen noch nicht. In der Nähe befindet sich das bei Touristen beliebte Dorf Bédar.
Ursache des Brandes war womöglich eine abgerissene Stromleitung, die in völlig ausgetrocknete Vegetation fiel. Die Feuerwehr erhielt nach eigenen Angaben mehr als 150 Notrufe. In diesen ersten Schilderungen "gaben Zeugen an, dass ein herabgefallenes Kabel den Brand ausgelöst habe". Das Unglück habe sich an einer Fernstraße außerhalb von Bédar ereignet, die Flammen hätten sich "rasch auf das Waldgebiet nahe der Straße ausgebreitet".
Katastrophenschutzminister Sanz sprach von einer "beispiellosen Tragödie". Es handele sich um ein "sehr komplexes, sich sehr schnell ausbreitendes" Feuer. Rund 400 Feuerwehrleute und Soldaten kämpften in der Bergregion mit vielen einzelnen Häusern am Freitag gegen die Flammen. Die andalusischen Behörden hatten zur Unterstützung der Feuerwehr die Katastrophenschutzeinheit der Armee angefordert.
Mehrere Straßen rund um das Dorf Bédar wurden gesperrt. Dutzende Menschen mussten evakuiert werden. Rund 150 von ihnen fanden Schutz in einem zur Notunterkunft umfunktionierten Kulturzentrum. "Tiefe Trauer und Bestürzung über die verheerenden Folgen des Brandes in der Provinz Almería", erklärte Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez im Onlinedienst X und rief die Bevölkerung zu "großer Vorsicht" auf.
Spanien ist besonders stark von der globalen Erwärmung betroffen. Seit einigen Jahren gibt es regelmäßig lang anhaltende Hitzewellen, die bereits im Frühjahr beginnen und bis in den Herbst hineinreichen. Dabei werden teils Temperaturen von über 40 Grad Celsius erreicht, was verheerende Brände begünstigt.
Nach Angaben des Europäischen Waldbrandinformationssystems fielen 2025 in Spanien mehr als 393.000 Hektar Land den Flammen zum Opfer. Das waren die schwersten Brände in der jüngeren Geschichte des Landes. Bei den mehr als 8000 Bränden im vergangenen Jahr kamen nach Angaben des Innenministeriums acht Menschen ums Leben - nun sind es in Andalusien bei einem einzigen Brand schon mehr.
Auch Spaniens Nachbarländer Portugal und Frankreich leiden derzeit unter massiver Hitze. Das trockene Wetter und die hohen Temperaturen begünstigten auch dort den Ausbruch von mehreren Bränden.
Y.Bouchard--BTB