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Iran lehnt Kapitulation ab und setzt Vergeltungsattacken fort - Heftige US-israelische Angriffe
Der Iran hat eine Woche nach Kriegsbeginn Forderungen nach einer Kapitulation zurückgewiesen und inmitten von heftigen US-israelischen Luftangriffen seine Vergeltungsattacken fortgesetzt. "Die Feinde müssen ihren Wunsch nach der Kapitulation des iranischen Volks mit ins Grab nehmen", sagte der iranische Präsident Massud Peseschkian in einer am Samstag im Staatsfernsehen übertragenen Rede. Israel und die USA versuchten den Druck auf den Iran zu erhöhen.
Die israelische Luftwaffe flog eine ihrer bislang massivsten Angriffswellen, nach Armeeangaben attackierten in der Nacht zum Samstag 80 Kampfjets Irans Hauptstadt Teheran und weitere Städte im Landesinneren. Die israelische Armee griff demnach unter anderem eine Militärakademie, eine unterirdische Kommandozentrale und ein Lager für ballistische Raketen an.
Getroffen wurde auch der internationale Flughafen Mehrabad in Teheran, Flammen und Rauch stiegen auf. Die israelische Armee erklärte, bei dem Angriff auf den Flughafen seien "16 Flugzeuge der Kuds-Brigaden der Revolutionsgarden zielgenau zerstört" worden. Die Al-Kuds-Brigaden sind für die Auslandseinsätze der Revolutionsgarden zuständig.
Bei Angriffen auf die zentraliranische Provinz Isfahan wurden nach Angaben des örtlichen Gouverneurs mindestens acht Menschen getötet. Das iranische Gesundheitsministerium hatte am Freitag erklärt, seit Beginn des Kriegs am Samstag vergangener Woche seien 926 Zivilisten getötet und 6000 weitere verletzt worden. Die Zahlen konnten nicht unabhängig überprüft werden.
US-Präsident Donald Trump drohte unterdessen mit einer erneuten Ausweitung der Angriffe. "Heute wird der Iran sehr hart getroffen werden!", schrieb Trump am Samstag auf seiner Onlineplattform Truth Social. Wegen "Irans schlechtem Verhalten" gebe es zudem ernsthafte Erwägungen, "Gebiete und Gruppen" anzugreifen, die bislang keine Ziele gewesen seien. Dort drohten "komplette Zerstörung und sicherer Tod".
Am Freitag hatte Trump die iranische Führung zur "bedingungslosen Kapitulation" aufgerufen. Der iranische Präsident Peseschkian wies dies in seiner im Staatsfernsehen übertragenen Rede scharf zurück. Zugleich kündigte er an, der Iran wolle seine Angriffe auf die Golfstaaten einschränken. Er entschuldigte sich zudem bei den Nachbarländern für die Attacken.
Irans Justizchef Gholamhossein Mohseni Edschei betonte jedoch, dass sein Land weiterhin Nachbarländer angreifen werde, die in Teherans Augen die USA und Israel unterstützen. "Beweise der iranischen Streitkräfte zeigen, dass die Geografie einiger Länder offen oder verdeckt dem Feind zu Verfügung steht", sagte der Hardliner, der wie Peseschkian der iranischen Übergangsführung angehört. "Die heftigen Angriffe auf diese Ziele werden weitergehen."
Tatsächlich feuerte der Iran auch am Samstag zahlreiche Raketen und Drohnen auf Ziele in den Golfstaaten. Die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten zwischenzeitlich Angriffe mit 16 Raketen und 121 Drohnen, von denen 15 Raketen und 119 Drohnen abgefangen worden seien. Später gab es weitere Angriffe. Nach dem Abfangen eines offenbar iranischen Geschosses wurde am Samstag erneut der Flughafen Dubai vorübergehend geschlossen, eines der wichtigsten Drehkreuze für den internationalen Flugverkehr.
Angriffe und Explosionen wurden auch aus Bahrains Hauptstadt Manama, aus Katars Hauptstadt Doha, aus Saudi-Arabien, dem Irak und Kuwait gemeldet. Saudi-Arabien warnte den Iran angesichts der Angriffe vor einer "Fehlkalkulation".
Auch Israel wurde erneut Ziel iranischer Gegenangriffe. Aus Jerusalem berichteten AFP-Journalisten von mehrfachem Luftalarm und lauten Explosionen. Der israelische Rettungsdienst Magen David Adom meldete zunächst keine Verletzten.
Israel griff derweil im Kampf gegen die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz erneut auch Ziele im Libanon an. Die Armee nahm nach eigenen Angaben im Südlibanon und in der östlichen Bekaa-Ebene "Raketenwerfer, Waffenlager und weitere militärische Einrichtungen" der Hisbollah ins Visier. Bei einem fehlgeschlagenen Spezialeinsatz zur Bergung des Leichnams eines seit 1986 vermissten Soldaten aus einer Hisbollah-Hochburg wurden nach Angaben aus Beirut außerdem 41 Menschen getötet.
Israel und die USA hatten am Samstag vor einer Woche massive Luftangriffe auf den Iran begonnen und dabei das geistliche Oberhaupt des Landes, Ayatollah Ali Chamenei, sowie weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Der Iran reagiert mit Gegenangriffen auf Israel, mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion.
Ein Nachfolger für Chamenei könnte bald gewählt werden: Ein Mitglied des für die Wahl zuständigen Expertenrats sagte am Samstag nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Fars, die Sitzung zur Wahl werde "mit göttlicher Hilfe" innerhalb der nächsten 24 Stunden stattfinden.
W.Lapointe--BTB