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Schlickenrieder rechnet mit Olympia-Sperre für Carl
Skilanglauf-Bundestrainer Peter Schlickenrieder rechnet mit einer Dopingsperre für Victoria Carl mindestens bis zu den Olympischen Spielen. "Ich glaube: Jedem ist klar, dass bei ihr keine Doping-Absicht dahinter steckt. Aber Fehler anderer oder Unwissenheit schützen nicht vor Strafen. Daher rechnen wir schon sehr deutlich damit, dass sie Olympia verpassen wird", sagte Schlickenrieder am Mittwoch in Nürnberg.
Olympiasiegerin Carl (30) war Ende März bei einer Dopingkontrolle positiv auf das Mittel Clenbuterol getestet worden. Die Substanz soll in einem Hustensaft enthalten gewesen sein, der Carl nach Saisonende bei den Militärweltspielen verordnet worden war.
Ein Urteil steht indes noch immer aus. "Ich glaube, es zieht sich so lange, weil es kein einfacher Fall ist", sagte Schlickenrieder: "Aber am Ende des Tages gibt es Fakten, über die niemand hinwegspringen kann. Das ist tragisch für Victoria. Da platzt ein Kindheitstraum, so wie das ausschaut."
Nach Darstellung des Deutschen Skiverbandes war das Medikament durch einen Truppenarzt der Bundeswehr medizinisch verordnet und verabreicht worden. Allerdings kann auch eine fahrlässige Einnahme eine Sperre zur Folge haben.
Mit Carl werde die Athletin fehlen, "die am ehesten eine Einzelmedaille hätte gewinnen können. Es tut mir natürlich leid für jemanden, der den Langlaufsport so liebt, so lebt wie sie. Wir versuchen natürlich, sie telefonisch zu motivieren oder auch dieses langfristige Ziel zu setzen - Olympia 2030, das schafft man. Und da möchte ich dich dann als Olympiasiegerin vom Acker gehen sehen", so Schlickenrieder.
Carl hatte 2022 in Peking gemeinsam mit Katharina Hennig überraschend Gold im Teamsprint gewonnen, in der vergangenen Saison hatte sie Rang zwei im Gesamtweltcup belegt.
A.Gasser--BTB