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Trump erklärt Iran-Waffenruhe für beendet und kündigt neue US-Angriffe in der Nacht an
US-Präsident Donald Trump hat die Waffenruhe mit dem Iran für beendet erklärt und neue Angriffe angekündigt. "Wir werden sie heute Nacht richtig hart treffen", sagte Trump am Mittwoch beim Nato-Gipfel in Ankara. "Sie verletzen das Abkommen jeden Tag", betonte der US-Präsident mit Blick auf die Führung in Teheran und das Mitte Juni geschlossene US-iranische Abkommen für eine Friedenslösung. Auslöser für die neue Eskalation waren Angriffe auf Schiffe in der Gegend der Straße von Hormus, für die Washington Teheran verantwortlich macht.
"Sie stimmen allem zu und dann geben sie eine Pressekonferenz und sagen, wir hätten nicht einmal darüber geredet. Die sind nicht ganz bei Trost, mit diesen Leuten stimmt etwas nicht", sagte der US-Präsident weiter über die Iraner. Kurz zuvor sagte Trump mit Blick auf die eigentlich geltende Waffenruhe: "Was mich betrifft, ist sie vorbei", sagte er am Mittwoch in Ankara. Es sei " reine Zeitverschwendung", sich mit der Führung in Teheran "abzugeben".
"Das sind fiese Typen, deshalb haben sie es auf jeden abgesehen, wahrscheinlich auch auf mich. Ich stehe schon seit Jahren ganz oben auf ihrer Liste", fügte er hinzu. Der US-Präsident bezeichnete die iranische Führung zudem als "einen Haufen Abschaum". Er werde jedoch mit den US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner über die Verhandlungen mit Teheran sprechen, sagte Trump. "Ich werde unseren wunderbaren Unterhändlern erlauben weiterzureden, wenn sie wollen, aber ich sehe es nicht."
Die USA hatten bereits in der Nacht zum Mittwoch nach Angaben des zuständigen Regionalkommando Centcom "massive Angriffe" ausgeführt und dabei mehr als iranische 80 Ziele rund um die Straße von Hormus ins Visier genommen. Ziel seien "Luftverteidigungssysteme, Führungs- und Kontrolleinrichtungen, Küstenradaranlagen, Fähigkeiten zum Einsatz von Anti-Schiffs-Raketen sowie mehr als 60 kleine Boote der Islamischen Revolutionsgarden" gewesen.
Die US-Armee begründete die neue Angriffswelle mit einem vorangegangenen Beschuss von drei Tankern im Bereich der Straße von Hormus, für den Washington Teheran verantwortlich macht. "Die iranische Aggression war ungerechtfertigt und gefährlich und stellte einen eklatanten Verstoß gegen die Waffenruhe dar", erklärte Centcom.
Nato-Generalsekretär Mark Rutte bezeichnete beim Gipfeltreffen in Ankara die US-Angriffe als "absolut notwendig". Der Iran habe die bestehende Waffenruhe "im Grunde genommen verletzt", sagte Rutte. Es sei "absolut entscheidend, dass die USA entschlossen reagieren", fügte er hinzu.
Dennoch äußerte sich Trump einmal mehr erbost über die Nato-Partner. "Ich bin sehr verärgert über die Nato", sagte er bei seinem Treffen mit Rutte. Die Allianz sei im Iran-Krieg nicht bereit gewesen, "uns zu helfen". In diesem Zusammenhang nannte Trump erneut Italien und Deutschland. Italien etwa hatte dem US-Militär verboten, US-Stützpunkte auf seinem Territorium für Angriffe im Iran-Krieg zu nutzen. Dies hatte auch Spanien so gehandhabt. Trump erklärte, er wolle die Handelsbeziehungen zu Spanien abbrechen.
Iranische Medien berichteten derweil von mehreren heftigen Explosionen in der Region um die Straße von Hormus. Unter anderem seien Explosionen auf der Insel Keschm zu hören gewesen und in der Stadt Sirik, berichtete der Sender Irib. Zudem habe es Explosionen in der wichtigen Hafenstadt Bandar Abbas gegeben.
Die iranische Nachrichtenagentur Mehr meldete eine Reihe von Explosionen in der Hafenstadt Buschehr im Südwesten des Landes, wo sich das einzige zivile Atomkraftwerk des Iran befindet. Buschehr liegt vor der Ölinsel Charg, dem wichtigsten iranischen Ölterminal, über den normalerweise 90 Prozent des Rohöls aus dem Land umgeschlagen werden.
Als Reaktion auf die US-Angriffe attackierte der Iran nach eigenen Angaben US-Stützpunkte in Bahrain und Kuwait: Die iranischen Streitkräfte hätten mit Raketen und Drohnen "85 wichtige US-Armeeanlagen" in den beiden Ländern angegriffen, hieß es in einer vom iranischen Staatsfernsehen verbreiteten Erklärung der Revolutionsgarden.
An den Märkten sorgte die erneute Eskalation zwischen Washington und Teheran sofort für einen Sprung beim Ölpreis. Er stieg am Vormittag um mehr als fünf Prozent. Damit lagen die Ölpreise auf dem höchsten Stand seit Wochen.
Seit Anfang April galt in dem US-israelischen Krieg gegen den Iran eine brüchige Waffenruhe. Am 17. Juni einigten sich der Iran und die USA auf ein Rahmenabkommen, das weitere Verhandlungen zu einer dauerhaften Beendigung des Krieges vorsieht. Die immer wieder aufflammenden Gefechte haben bisher nicht zum Abbruch der Verhandlungen geführt.
J.Bergmann--BTB